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Neues Abbaukonzept mit Österreichs größtem Bagger

20.08.2018

Das Zementwerk der Firma Lafarge in Retznei ist durch seine energieeffiziente und ressourcenschonende Zementproduktion ein Vorzeigebetrieb der Branche. 

Diesem hohen Anspruch wird auch der nahegelegene Abbaubetrieb gerecht, in dem eine moderne Cat Geräteflotte die Versorgung des Zementwerks sicherstellt. Jüngster Neuzugang ist ein Cat 6015B – mit über 140 t der derzeit größte Hydraulikbagger Österreichs – der als zentrales Element des neuen Abbaukonzeptes eine beachtliche Kostenoptimierung ermöglicht.                                                             

Lafarge in Österreich gehört zur LafargeHolcim Gruppe. LafargeHolcim ist in 90 Ländern vertreten und zählt mit einem breiten Portfolio von innovativen Zementen, Betonsorten und Zuschlagstoffen zu den führenden Unternehmen der Baustoffindustrie. Rund 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind weltweit in der Unternehmensgruppe beschäftigt.

Innovative Zementproduktion

In Österreich verfügt das Unternehmen über Zementwerke in Mannersdorf (Niederösterreich) und in Retznei (Steiermark). Mit einer Jahreskapazität von 500.000 t Zement ist das Werk in Retznei eines der größten Zementwerke Österreichs. Jahr für Jahr werden im Schnitt rund 1,6 Mio. Euro in den Produktionsstandort investiert, um bereits jetzt alle zukünftigen Anforderungen an eine Industrie im Einklang mit der Umwelt zu erfüllen. Unter anderem ist seit rund 15 Jahren am Standort ThermoTeam angesiedelt – ein Joint Venture von Saubermacher und Lafarge, das Ersatzbrennstoffe (EBS) aus Abfällen produziert, die wiederum als alternative Brennstoffe im Zementwerk eingesetzt werden. Das nachhaltige Produktionskonzept wird vom Recycling Center Retznei abgerundet, das Baurestmassen als alternative Rohmaterialien für die Zementproduktion aufbereitet.

„Wir setzen bei unserer nachhaltigen Zementproduktion auf ein ressourcenschonendes Brennstoff- und Rohmaterialkonzept, welches wir laufend optimieren und das auch in der internationalen Fachwelt als Vorzeigemodell angesehen wird“, betont DI Günter Kohlmayr, Werksleiter im Lafarge Zementwerk Retznei. Rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Zementwerk tätig, 9 Mitarbeiter im Abbaubetrieb.

Optimierte Rohstoffgewinnung

Fast zeitgleich mit der Gründung des Werks vor 110 Jahren wurde auch der nahegelegene Steinbruch in Betrieb genommen. Abgebaut werden hier die wesentlichen Ausgangsstoffe der Zementerzeugung: Kalkstein, Ton und Mergel. Pro Jahr wird eine Gesamtmenge von rund 1,2 Mio. t bewegt. Während der Kalkstein im Bohr- und Sprengbetrieb gewonnen wird, wurde die überdeckende Mergelschicht bis vor kurzem durch eine Schubraupe Cat D11 mit Reißzahn aufgelockert und für den Abtransport vorbereitet. In weiterer Folge wurde das Rohmaterial durch die Radlader Cat 988K bzw. Cat 988H auf eine der beiden neuen Cat Mulden 775G verladen und von diesen zum Vorbrecher transportiert. Dort wird es durch einen Doppelwellen-Hammerbrecher auf die Korngröße 0-70 vorgebrochen und im Anschluss über ein 1,3 km lange Förderbandstrecke ins Werk transportiert.

Doch zurück zum eigentlichen Abbaubetrieb. Drei Bohrgeräte und insgesamt 10 Cat Geräte sorgen hier für effiziente Abläufe. Hinsichtlich der Schubraupe Cat D11 war es nach rund 30 Dienstjahren und 21.000 Betriebsstunden allerdings unumgänglich, eine Nachfolge-Lösung zu finden.

Dazu DI Thomas Holliber, Leiter Rohstoffgewinnung der Firma Lafarge in Retznei: „Wir haben die anstehende Großinvestition genutzt, um gemeinsam mit den Spezialisten der Firma Zeppelin in einer ausführlichen Studie die Möglichkeiten der Optimierung unseres Abbaubetriebes zu prüfen. Diese hat gezeigt, dass als Alternative zum Schubraupen-Einsatz auch mit einem Cat Hydraulikbagger 6015B der angestrebte Materialumschlag von bis zu 900 t pro Stunde möglich ist. Daraus resultieren für uns enorme Vorteile: anstelle von zwei Groß-Geräten – Schubraupe und Radlader – benötigen wir nur noch den Cat 6015B, denn der kann den Mergel mit dem Reißtieflöffel bzw. Reißzahn lösen und selbst auf die Mulden verladen. Wir sparen uns also nicht nur ein Großgerät inklusive Fahrer, auch der Verbrauch des Cat 6015B liegt deutlich unter dem der Cat D11. Grundsätzlich wollen wir bei der Gewinnung des Kalksteins den Bohr- und Sprengbetrieb reduzieren und verstärkt auf die mechanische Gewinnung setzen. Das gilt einerseits für die Bereiche, wo der Kalkstein durch den Cat 6015B gelöst werden kann, andererseits aber auch für die Bereiche in der Nähe von Anrainern. Aus diesem Grund haben wir uns auch für eine Komplettlösung mit einem hydraulischen Schnellwechselsystem entschieden, um möglichst flexibel zu sein.“

Kräftiger Riese: Cat 6015B

Der Cat 6015B verfügt über eine robuste Konstruktion für härteste Grabbedingungen. Das Schwenksystem beinhaltet ein Dreifachlaufring-Schwenkrollenlager mit Innenverzahnung, das mit dem automatischen Schmiersystem verbunden ist und die Lebensdauer der Bauteile und damit auch die Maschinenverfügbarkeit erhöht. Weiters werden die Ketten auch für die Schubraupe D11 verwendet, was ihre Zuverlässigkeit und Haltbarkeit unter extremen Bedingungen und hoher Fahrleistung noch unterstreicht.

Jürgen Specht, Leiter der Niederlassung Graz der Firma Zeppelin Österreich, betont aber auch die Stärken in der Energieeffizienz: „So wie die beiden neuen Cat 775G, die Anfang Juni ausgeliefert wurden, erfüllt auch der Cat 6015B die Anforderungen der Abgasstufe Tier 4. Angetrieben wird er vom C27 Acert Motor, der mit einer Nennleistung von über 800 PS als leistungsstärkster Motor seiner Klasse kürzere Ladetakte und höhere Produktivität ermöglicht. Cat-Motorsteuertechnologien lassen den Motor mit oder nahe der Nenndrehzahl laufen, um eine optimale Balance zwischen Leistung und Kraftstoffeffizienz zu erzielen. Das Ergebnis sind Verbrauchswerte, die für ein derartiges Großgerät wirklich beeindruckend sind.“

Schnellwechsler in neuer Dimension

Ausgerüstet wurde der Cat 6015B durch die Wimmer Felstechnik in Thalgau. Firmenchef Andreas Wimmer: „Wir verfügen bereits seit vielen Jahren über umfangreiche Erfahrungen in der Ausrüstung von Großbaggern in der 120 t Klasse. Dieses Know-how war auch ausschlaggebend dafür, dass wir durch die Firma Zeppelin, in Abstimmung mit der Firma Lafarge, beauftragt wurden. Das von uns gelieferte Paket umfasst zunächst das hydraulische Schnellwechselsystem W-Lock 1100 mit Keilverriegelung. Mit einem Gewicht von 2,5 t ist es das größte Schnellwechselsystem, das wir bis jetzt produziert haben. Dazu liefern wir einen Reißlöffel und einen Verladelöffel, einen Reißzahn und ein Räumschild, das als Sonderanfertigung speziell auf die Kundenbedürfnisse maßgeschneidert ist. Der Verladelöffel ist so konzipiert, dass er die beiden neuen Cat Mulden 775G mit 42 m³ jeweils mit fünf Ladespielen befüllen kann. Das heißt, er fasst ca. 9 m³ und wiegt 9.100 kg. Da das Material nicht so verschleißintensiv ist, sind die Löffel aus Hardox 450 gefertigt.“

Natürlich ist die Verfügbarkeit eines derartigen Schlüsselgerätes ein zentraler Faktor. DI Holliber betont: „In unserem Abbaubetrieb sind Cat Geräte nicht ohne Grund die erste Wahl. Die Geräte selbst sind zuverlässig und die Betreuung durch das Team der Firma Zeppelin Österreich in Graz ist tadellos. Im Fall des Cat 6015B haben wir uns durch umfassende Wartungsverträge zusätzlich abgesichert. Nicht zuletzt sind unsere Maschinisten aber auch stolz darauf, mit dem größten Bagger Österreichs arbeiten zu dürfen.“

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Als größter Hydraulikbagger Österreichs hat der neue Cat 6015B bei der Firma Lafarge in Retznei den Betrieb aufgenommen. Inklusive Schnellwechsler bringt er rund 150 t auf die Waage. Mit über 800 PS kann er pro Stunde bis zu 900 t Rohmaterial abbauen.

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Service-Profi Stefan Silly (Firma Zeppelin Österreich) sorgt für die Einschulung der Maschinisten.

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Offizielle Übergabe des Großgeräts (von links): DI Thomas Holliber (Leiter Rohstoffgewinnung, Firma Lafarge), DI Günter Kohlmayr (Werksleiter im Lafarge Zementwerk Retznei) und Jürgen Specht (Leiter der Niederlassung Graz der Firma Zeppelin Österreich). Im Hintergrund die Mannschaft des Abbaubetriebs.

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Sowohl der neue Cat 6015B als auch die beiden neuen Muldenkipper Cat 775G erfüllen die Anforderungen der Abgasstufe Tier 4.

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Von rechts: Andreas Wimmer (Geschäftsführer Wimmer Felstechnik) mit Betriebsleiter Andreas Paar (Firma Lafarge, Mitte) und Sascha Stix (zuständiger Betreuer Wimmer Felstechnik) vor dem rekordverdächtigen Schnellwechsler. Neben zwei Tieflöffeln und einem Reißzahn wurde auch ein maßgeschneidertes Räumschild von der Firma Wimmer Felstechnik geliefert.

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