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Winkler: neue Bahnbauabteilung mit erstem Cat M323F Zweiwegebagger Österreichs

01.04.2021

Winkler: neue Bahnbauabteilung mit ersten Cat M323F Zweiwegebagger Österreichs

Die in Frauental ansässige Ing. Robert Winkler GmbH bietet als traditionsreiches Hoch- und Tiefbauunternehmen in den Bereichen Neubau und Sanierung alles aus einer Hand. Mit dem bevorstehenden Generationenwechsel möchte das Unternehmen für die Zukunft ein neues Standbein in Form einer eigenen Bahnbauabteilung etablieren und investierte dazu in den ersten Cat M323F Zweiwegebagger Österreichs.

Als Maurermeister Anton Winkler 1927 das Bauunternehmen Winkler gründete, standen ihm nur einfachste Hilfsmitteln für seine Projekte zur Verfügung. Heute leitet Ing. Robert Winkler ein Unternehmen mit rund 60 Fachkräften und Lehrlingen, das vom kleinsten Handgriff bis zur der als Eigenprojekt realisierten Wohnanlage für seine hohen Qualitätsstandards bekannt ist. Seit fünf Jahren unterstützt ihn dabei bereits Sohn Robert Christoph Winkler.

Geschäftsführer Ing. Robert Winkler: „Wir haben immer kleinere Aufträge für die Bahn übernommen, waren aber nie am Gleis direkt tätig. Ohne die richtigen Geräte ist es schwierig, als Bahnbaufirma wahrgenommen zu werden. Da auch mein Sohn diese Leidenschaft teilt, haben wir gemeinsam beschlossen, dieses Thema intensiver zu verfolgen und unter seiner Leitung eine Bahnbauabteilung aufzubauen. Neben den ganzen Wartungsarbeiten an den Gleisen muss ja immer wieder auch der Unterbau für neue Lärmschutzwände oder ein Bahnbegleitweg errichtet werden. Dazu kommt, dass in den nächsten Jahren die Errichtungen von Oberleitungen als Alternative zum Dieselantrieb ein großes Thema sein wird. Aufgrund dieser Überlegungen haben wir uns entschlossen in unseren eigenen Zweiwegebagger zu investieren und dabei der neuen Gerätetechnik von Caterpillar den Vorzug gegeben.“

Mit dem Cat M323F präsentiert Zeppelin eine komplette Neuentwicklung auf Basis bewährter Caterpillar Komponenten. Eine der zentralen technischen Besonderheiten des Geräts liegt im Antrieb, denn der Fahrantrieb sowie das Bremsen im Gleisbetrieb erfolgt bei der auf dem Markt bestehenden Technik über die auf die Schienen drückenden Reifen des Baggers. Daraus resultiert ein hoher und meist einseitiger Reifenverschleiß und es kommt häufig zu Beschädigungen von Sicherheitseinrichtungen im Gleisbett. Woraus natürlich nicht nur hohe Kosten im Zuge der Erneuerung resultieren, sondern auch langwierige Behinderungen durch Gleissperrungen bzw. Umleitungen entstehen.

Caterpillar hat beim Antrieb einen anderen Weg gewählt und kommt ohne den klassischen Reibradantrieb aus. Im M323F erfolgt der Schienenradantrieb an beiden Gleisachsen hydrostatisch. Eine hohe Bodenfreiheit trägt dazu bei, die Sicherheitseinrichtungen im Gleisbett beim Fahren nicht zu tangieren. Während des gesamten Instandsetzungsbetriebes ist es nicht notwendig im kompletten Streckennetz auszugleisen. Dies bringt für den Fahrer eine enorme Zeitersparnis mit sich und bietet ihm somit einen komfortablen Einsatz. Mit dem beidachsigen Bremssystem im Ölbad und den Scheibenbremsen für alle Gleisräder gewährleistet der Cat M323F sicheren Vortrieb und kraftvolle Beschleunigung bis auf 20 km/h.

Junior-Chef Robert Christoph Winkler über die Besonderheiten des Cat Zweiwegebaggers aus Unternehmersicht: „Im Gegensatz zu einem Standardgeräte sind die zur Inbetriebnahme erforderlichen Genehmigungsverfahren extrem aufwändig und erstrecken sich über knapp zwei Monate. Das Gerät muss eine Netzzulassung für das Bahnnetz sowie eine technische Einsatzgenehmigung haben. Der Fahrer selbst braucht eine Triebwagenführer-Ausbildung – das ist ein achtwöchiger Kurs bei einer zertifizierten Schulungseinrichtung – und im Anschluss eine maschinenspezifische Ausbildung. Wir haben jetzt einen Maschinisten für den Cat M323F ausgebildet, für die Zukunft ist ein zweiter Fahrer geplant. Da es sich um den ersten Cat Zweiwegebagger handelt, müssen auch die Prüfer selbst erst auf dieses Gerät eingeschult werden. Daher werden drei sachverständige Prüfer der Graz Köflacher Bahn eingeschult, die in weiterer Folge wieder Fahrer für den Cat M323F prüfen dürfen. Obwohl wir jetzt, Mitte März, noch in den Schulungen stecken, haben wir bereits Anfragen für verschiedene Einsätze in der Steiermark und Kärnten.“

Trotz des kompakten Hecks bietet die Maschine mit dem robusten Verstellausleger auch auf dem Gleis viel Reichweite und hohes Hubvermögen, wie es gerade im Gleisbau erforderlich ist. Die Load-Sensing-Hydraulik des Cat M323F sorgt für schnelle Taktzeiten sowie hohe Losbrech- und Reißkräfte. Die Zusatzhydraulik mit Hoch- und Mitteldruckkreisen sowie Schnellwechslerleitungen ermöglicht einen einfachen Wechsel der Anbauwerkzeuge. Über den Monitor in der Kabine können bis zu 20 Hydraulikpumpenströme und -drücke für Anbaugeräte voreingestellt werden.

Für konstant hohe Leistung des neuen Cat Zweiwegebaggers und ein schnelles Ansprechen bei wechselnden Lasten sorgt derzeit noch ein Cat Tier 4 Final Motor mit 117 kW (159 PS) und Dieselpartikelfilter. Ab Herbst wird auch ein Motor der Stufe V zur Verfügung stehen. Der mit seinen 22,5 - 23,9 t Einsatzgewicht ausgelegte Zweiwegebagger weist kompakte Abmessungen aus und beansprucht einen Schwenkradius von nur 1.566 mm – und das, ohne auf eine hohe Standsicherheit, Reichweite und Hubvermögen zu verzichten. Denn genau darauf kommt es im Gleisbau an, wenn Betreiber so ein Gerät bei weiter Ausladung nutzen wollen, wie beim Beladen von Waggons auf dem Nachbargleis oder beim Positionieren von Gleisbauteilen.

Ing. Franz Ratzenböck, Verkaufsleiter Zweiwege-Geräte der Zeppelin Österreich GmbH: „Eine Folge dieser Technik ist auch ein wesentlich höherer Fahrkomfort, etwa bei der Fahrt über Weichen. Ein ganz großer Vorteil der Antriebstechnik besteht darin, dass wir die Signalanlagen der induktiven Zugsicherung nicht beschädigen. Diese Anlagen werden von einem Fahrer manchmal übersehen, denn er muss beim Antrieb mit den Reibrädern die Maschine heben und wieder absenken. Das ist mit unserem Antrieb nicht notwendig. Im Zuge unserer Vorführungen bekommen wir sehr viel positives Feedback. Gelobt wird nicht nur die feinfühlige Steuerung, sondern auch die Standfestigkeit in Verbindung mit den hohen Hublasten. Dafür sorgt auch das Zusatzgegengewicht mit 900 kg, das im Heck integriert ist. Eine Besonderheit des Geräts sind auch die 220 t Anhängelast. Da das Wagenmaterial, das er als Zuggerät bewegen kann, druckluftgebremst ist, verfügt der Cat M323F über eine komplette Druckluftanlage. In Deutschland sind schon an die 40 Maschinen im Betrieb.“

Die kompakten Abmessungen des Cat M323F ermöglichen es auch, dass der Schienenverkehr auf dem Nachbargleis ungehindert weiterfahren kann. Dadurch verkürzt sich die Bauzeit, weil die Strecke nicht gesperrt oder die Arbeit eingestellt werden muss, wenn ein Zug auf dem Nachbargleis die Baustelle passiert. Selbst mit dem Kontergewicht bleibt der kurze Heckschwenkradius am Heck erhalten. Der Cat M323F verfügt selbstverständlich auch über eine Schwenk- und Hubbegrenzung.

Auf dem Monitor in der Kabine wird durch die dynamische Last-Kontrolle das Lastgewicht inklusive Arbeitsausrüstung angezeigt und die Hydraulik gesperrt, wenn die maximale Hublast von 13 t überschritten wird. Nicht zuletzt sorgen Rückraum- und Seitenkameras plus LED-Beleuchtung für den nötigen Überblick und ein helles Arbeitsumfeld. Die schallgedämmte Kabine verfügt unter anderem über einen luftgefederten Sitz und eine Klimaautomatik. Wartungsarbeiten lassen sich sicher und bequem vom Boden aus erledigen.

Dieser Newsartikel basiert auf dem Artikel von Alexander Riell, Baublatt Österreich (Heft4/2021)

Weitere Informationen zu dem Unternehmen Winkler finden Sie unter:

www.bauwinkler.at

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Im neuen Cat Zweiwegebagger M323F erfolgt der Schienenradantrieb an beiden Gleisachsen hydrostatisch, also ohne den klassischen Reibradantrieb. Daraus resultieren herausragende Fahr- und Bremsleistungen.

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Von links bei der Übergabe Cat M323F: Jürgen Specht (Niederlassungsleiter Zeppelin Graz), Wolfgang Windisch (zuständiger Betreuer, Zeppelin Niederlassung Graz), Ing. Franz Ratzenböck (Verkaufsleiter Zweiwege-Geräte, Zeppelin Österreich), Geschäftsführer Ing. Robert Winkler und Sohn Robert Christoph Winkler (beide Ing. Robert Winkler GmbH) und Ronald Duchow (Senior Einsatztechniker, Zeppelin Baumaschinen GmbH, Erfurt).

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Damit der Cat M323F auch Waggons mitführen kann, erhielt er eine Waggonbremsanlage und Schleppstange. Die gesamte Zuglast beträgt 220 t.

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Trotz des kompakten Hecks bietet die Maschine mit dem robusten Verstellausleger auch auf dem Gleis viel Reichweite und hohes Hubvermögen.

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Junior-Chef Robert Christoph Winkler ist von der Kabine und der neuen Gerätetechnik des Cat M323F begeistert.

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Für die verschiedenen Anbaugeräte des Cat M323F hat sich die Firma Winkler für das OilQuick Rail-Schnellwechselsystem entschieden, das speziell für Zweiwegebagger entwickelt wurde.

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