Wenn es eng zur Sache geht

02.11.2016, Kufstein

Papier ist geduldig - lautet eine alte Binsenweisheit. Ob Arbeitsmaschinen die Leistung abliefern, die sie in der Werbung versprechen, wollen Unternehmer wie die österreichische Pfeifer-Gruppe vor einer Investition in der Praxis prüfen.

Der Standort Kundl bei Kufstein in Tirol machte die Probe auf das Exempel mit einem Cat Radlader 980M. „Unsere Fahrer haben die Maschine gut angenommen“, erklärt Herbert Stöckl, der Leiter Logistik bei Pfeifer, nach Testende. Deswegen durfte sie gleich vom Test- in den Modus Dauerbetrieb schalten und wird die kommenden 15 000 Stunden dort verbringen.

Herbert Stöckl managt vom Firmensitz Imst aus den Einkauf für alle sieben Produktionsstandorte in Österreich, Deutschland und Tschechien. 132 Maschinen sind im Einsatz, darunter rund 80 Stapler, 30 Bagger und 20 Radlader, um den Einschnitt von 3,8 Millionen Festmeter pro Jahr sicherzustellen, und alle Produktionsprozesse, die damit verbunden sind. „Unsere Mitarbeiter müssen die Möglichkeit haben, ein Gerät Probe zu fahren. Die beste Ausstattung für den Einsatz in der Holzindustrie ist Pflicht“, definiert Herbert Stöckl, Leiter Logistik bei Pfeifer, die Anforderungen. Im Detail beinhaltet es bei dem neuen Cat 980M Achsölkühler, Umkehrlüfter und verstärkte Lager. Ein Feuerlöscher ist obligatorisch, damit beim ersten Funkenflug sofort gehandelt werden und Schlimmstes verhindert werden kann. Um die Abstimmung der einheitlichen Ausrüstung - basierend auf dem Firmenstandard - kümmert sich bei Zeppelin der Konzernkundenbereich, der das Unternehmen betreut. Zeppelin Österreich übernimmt im Fall des Cat 980M den Service für Kundl und Imst - Zeppelin Baumaschinen an den deutschen Standorten wie Lauterbach, Schlitz, Uelzen und Unterbernbach, sodass ein flächendeckender Kundendienst gegeben ist. Das Konzept: Ein Ansprechpartner für alle Werke erleichtert die komplette Abwicklung und den Betrieb.

Was sich an Technik in anderen Werken bei einem 966K XE und 972M XE bewährt hat, sollte der Cat Radlader 980M in Kundl übernehmen - zum Beispiel eine 360-Grad-Kamera. Auf diese Weise werden die Sichtverhältnisse verbessert. Vier Kameras übertragen ihre Bilder auf einen Monitor. Durch die Kamera wird das komplette Arbeitsumfeld im 360-Grad-Umkreis erfasst. Der Radlader wird aus der Vogelperspektive angezeigt. Der Maschinist kann das System sowohl als Rückfahrassistent, als auch beim Vorwärtsfahren nutzen und sieht selbst seitlich, was sich hier abspielt – so kann er sein Umfeld stets sicher im Blick behalten. Das ist angesichts des hohen Lkw-Aufkommens und im Hinblick auf Arbeitssicherheit Grundvoraussetzung. So wurde am Standort Lauterbach bereits eine Schaufelkamera getestet, um den Fahrern einen noch besseren Überblick auf den Ladevorgang zu verschaffen. „Sollte diese überzeugen, könnte das eine weitere Option bei der zukünftigen Ausrüstung sein“, so Herbert Stöckel. Denn was den Radladerumschlag auszeichnet: Die Fahrer drücken auf das Tempo - das Werk in Kundl läuft im Zweischichtbetrieb. Bis zu 150 eingehende Lkw sind jeden Tag zu entladen - permanent kommt neuer Nachschub an. Ein Stau darf gar nicht erst aufkommen. Beschickt werden der Rundholzplatz und die Säge. Das Holz wird mit einer vier Kubikmeter großen Zange aufgenommen. Breitreifen garantieren dem Radladerfahrer Stabilität, wenn er volle Last geladen hat. Die Maschine ist auf dem Gelände in Kundl unentwegt in Bewegung. Zwischen 50 und 500 Meter Strecke werden immer wieder zurückgelegt, um die Säge zu beschicken oder Lkw zu entladen.

Eine weitere Besonderheit: Am Standort auf zwölf Hektar Fläche, direkt an der österreichischen Bundesstraße 171 gelegen, geht es besonders eng zur Sache. Viel Platz zum Rangieren und Manövrieren im Lager haben die Geräte nicht, wenn das Lager bis auf Anschlag voll bestückt ist und 45 000 Meter Rundholz die Lagerfläche belegen. „Der Bestand reicht gerade einmal für eine gute Woche“ erklärt Walter Embacher, Leiter im Werk Kund. Verarbeitet werden vor allem Fichte und Tanne aus heimischen Wäldern zu 570 000 Kubikmeter Schnittholz und Hobelware.

Die anfallende Rinde findet im firmeneigenen Biomassekraftwerk Verwendung als Energieträger für die Erzeugung von 55 Millionen kWh Strom, die zur Wärmegewinnung für die Schnittholztrocknung sowie Produktion genutzt werden. Aus den entstehenden Sägespänen werden 150 000 Tonnen Holzpellets jährlich geformt. Aus einer kleinen Säge, die von Barbara Pfeifer 1948 gegründet wurde, ist heute ein Konzern mit 1 500 Mitarbeitern geworden, der rund hundert Länder mit Holzprodukten beliefert.

Durch die Vorreiterrolle der Firma Pfeifer kann Zeppelin auf eine Referenz zurückgreifen die auch andere Betriebe der Holzwirtschaft von den hervorragenden Leistungen des Radladers überzeugen kann. Wenn es darum geht, Überzeugungsarbeit zu leisten, werden nicht nur Referenzen ins Feld geführt, sondern als Argumente dient - wie Pfeifer zeigt - die Vertriebsstruktur, die Zeppelin innerhalb seiner Zusammenarbeit mit Caterpillar aufgebaut hat, und die Produkte, wie Radlader mit XE-Technologie. Hinter den Buchstaben steht das leistungsverzweigte stufenlose Getriebe, das besonders im Load-and-Carry-Bereich sein Einsatzgebiet hat, aber auch für andere Industrieeinsätze in Frage kommt, wenn der Lader im Dauerbetrieb kontinuierlich hohe Leistung abrufen muss - und das mit den geringsten Kosten pro Tonne.